Heute lernen wir, warum das richtige Framing in einer Hypnose-Session den Unterschied zwischen einer mittelmäßigen Hypnose und einer hervorragenden Hypnose ausmachen kann. Natürlich bleibt es trotzdem wichtig, dass du die hypnotischen Grundlagen beherrschst. Allerdings wird der richtige Frame (oder auch Rahmen) deine Erotik-Hypnosen auf das nächste Level heben.
Was meine ich mit „Framing“ in erotischer Hypnose?
Mit Framing meine ich in der erotischen Hypnose den inneren und äußeren Rahmen, in dem die Hypnose stattfindet. Also nicht nur was du sagst, sondern wie, warum und in welcher Haltung du es sagst, und welches Gefühl dadurch beim Gegenüber entsteht.
Zum Framing gehören dabei mehrere Ebenen:
- das äußere Umfeld (Raum, Geräusche, Temperatur)
- dein Verhalten und deine Aufmerksamkeit
- und deine innere Haltung: Also warum du diese Hypnose gerade gibst
Das fängt damit an, wo du die Hypnose machst. Läuft Musik im Hintergrund oder nicht? Wie ist die Temperatur des Raums und wie bequem hat es dein Subjekt dort, wo du dein Subjekt hypnotisieren wirst? Allerdings enthält das Framing auch, wie du deine Hypnose durchführen wirst, mit welchen Gedanken und welchem Ziel du die Hypnose machst. All das wird deine Hypnose beeinflussen, noch bevor du die eigentliche Induktion machst. Zum besseren Verständnis beschreibe ich hier eine Szene, aber in zwei unterschiedlichen Ausprägungen, also jedes Mal mit einem anderen Frame.
Der technische Hypnotiseur
In dieser Version ist unser Hypnotiseur technikversessen. Der Fokus liegt darauf, alles richtig zu machen, die richtigen Worte zu sagen. Die Hypnose wird durchgeführt, als würde man bei einer Maschine die richtigen Knöpfe zum richtigen Zeitpunkt drücken.
Die Tür öffnet sich, der Hypnotiseur begrüßt dich, führt dich zu deinem Stuhl, dem Platz, wo du gleich hypnotisiert werden wirst. Weil es sich so gehört, erkundigt er sich, ob du noch Fragen hast, und beantwortet diese. Sobald das erledigt ist, fängt er mit der Hypnose an. Er sagt genau die richtigen Worte, um dich durch die Hypnose zu führen. Du hast ein tolles Erlebnis, aber eine echte Verbindung zum Hypnotiseur ist nicht entstanden. Vermutlich bist du nach der Hypnose zufrieden. Aber wirklich emotional war es nicht. Vielleicht haben die Lustsuggestionen deswegen auch nicht so intensiv gewirkt, wie du gehofft hattest.
Nur zur Einordnung. Die Hypnose ist technisch korrekt und funktioniert, daran liegt es nicht. Was fehlt, ist nicht Wissen, sondern Beziehung und emotionale Tiefe.
Der aufmerksame Hypnotiseur
In dieser Version ist unser Hypnotiseur aufmerksamer. Er möchte, dass es dir in der Hypnose wirklich gut geht, dass du dich wohlfühlst. Die Hypnose wird mit viel Aufmerksamkeit auf deine Bedürfnisse durchgeführt.
Nachdem er dir die Tür geöffnet hat, führt er dich in das Zimmer, wo die Hypnose stattfinden wird, und führt dich zu einem Stuhl. Zuerst sprecht ihr darüber, was du erleben willst, um noch mal sicherzugehen, dass die Themen aus dem Vorgespräch sich nicht geändert haben. Er erkundigt sich, ob du noch Fragen hast, und beantwortet diese. Außerdem fragt er, ob du ein wenig Hintergrundmusik haben möchtest, ob die Temperatur okay ist und ob du lieber auf dem Hypnosestuhl oder auf der Hypnoseliege die Hypnose erfahren möchtest. Zudem erkundigt er sich, ob Berührungen am Arm, an der Schulter und an den Beinen okay sind. Er möchte während der Hypnose mit Berührungen arbeiten, um dir ein noch tieferes Erlebnis zu ermöglichen. Du kannst spüren, dass es ihm wirklich nur darum geht, dir ein tolles Erlebnis zu schenken, und gibst daher dein Okay Du hast dich für die Liege entschieden, die Hypnose beginnt. Er wählt genau die richtigen Worte, um dich durch die Hypnose zu führen. An den passenden Stellen berührt er dich an den Armen und lässt dein Erleben dadurch noch intensiver werden. Als könnte er in deinen Kopf sehen, passt er die Geschwindigkeit der Suggestionen an dich an. Wenn es zu viel wird, wird er langsamer, wenn es langweilig wird, lässt er es intensiver werden. Zwischendrin macht er kleine Pausen, fragt dich nach Feedback und deinen Wünschen und lässt dich dann weiter erleben. Nach jeder Unterbrechung scheint es so, als wäre die Hypnose noch besser auf dich zugeschnitten. Am Ende der Hypnose brauchst du einen Moment, um zurück in der Realität anzukommen. Die Hypnose war intensiv, war angenehm. Die Lust-Suggestionen, die er dich erleben hat lassen, wurden in verschiedenen Phasen immer intensiver, bis du zu einem Orgasmus gekommen bist, der immer noch nachzuhallen scheint.
Der Vergleich
Zweimal dieselbe Hypnose. In beiden Versionen wollte unser Hypnotiseur einen hypnotischen Orgasmus erreichen, und doch sind die Ergebnisse unterschiedlich. Im ersten Fall war der Rahmen „Ich mache technisch alles richtig“, im zweiten Fall war der Frame „Ich will, dass die Person sich wohlfühlt und genießen kann“. Natürlich sind die Texte schon suggestiv geschrieben, sodass klar ist, welche Hypnose besser sein wird. In der Realität ist es nicht immer so einfach zu erkennen, die Unterschiede bleiben aber real.
Warum Framing wichtiger ist als Technik
Natürlich können wir auf Technik nicht verzichten. Der Hypnotiseur sollte wissen, was er tut und warum er es genau so tut, wie er es macht. Der Frame sorgt aber dafür, dass die Wirkung verstärkt wird. Wenn der Hypnotiseur möchte, dass die Hypnose gut ist, darauf achtet, dass der Mensch die Hypnose genießen kann, und das Umfeld stimmt, ist schon viel gewonnen. Wenn dann noch die innere Haltung „Ich werde darauf achten, wie mein Subjekt reagiert, damit mein Subjekt in einem sicheren Umfeld die Hypnose voll genießen kann“ da ist, stehen die Zeichen gut, dass die Hypnose hervorragend wird.
Stell dir einmal vor, dein Hypnotiseur gibt dir eine Orgasmus-Hypnose. Die Worte werden aber monoton und lustlos gesprochen. Und jetzt stell dir vor, dein Hypnotiseur scheint die Hypnose selbst zu erleben. Du kannst förmlich spüren, wie die Art, wie er spricht, schon ein eigenes lustvolles Bild ergibt, wie die Worte, die er spricht, nur noch die Details sind und nicht mehr die Grundlage. Das ist die Macht des Framings.
Als Beispiel an Orgasmushypnose. Die richtigen Worte sorgen dafür, dass Lust entstehen kann. Wenn dein Frame „meine Worte und Berührungen werden die Quelle der Lust für mein Subjekt sein, und meine Lust ist dabei vollkommen egal“ ist, wirst du feststellen, wie sich dein Verhalten ändert. Wie deine Berührungen nicht darum gehen, dass du es genießt, sondern dass die Berührungen die Hypnose unterstützen. Deine Worte werden sich ändern, weil es nicht mehr darum geht, dein Ziel zu erreichen, sondern das Erleben deines Subjekts zu lenken. In diesem Frame geht es nicht darum, dass du etwas erreichst, sondern darum, das Erleben deines Subjekts zu tragen und zu verstärken. Dein eigenes Ego tritt dabei in den Hintergrund.
Framing entscheidet nicht, ob Hypnose wirkt, sondern wie tief und wie intensiv sie erlebt wird.
Framing beginnt vor der ersten Trance
Dabei beginnt das Framing schon vor der Hypnose. Welches Gefühl wird vermittelt, bevor die Hypnose losgeht? Ist es okay, dass du Fragen stellst, oder fühlst du dich dabei, als würdest du stören? Gibt der Hypnotiseur das Gefühl, dass er sich auf die Hypnose freut, oder dass er es nur macht, weil er dafür bezahlt wird? Wie viel Zeit steckt er darin, dass du dich wohlfühlen kannst, dass alle Fragen geklärt sind, er sicher weiß, was du möchtest? Wie spricht er mit dir? Jeder dieser Aspekte ist ein Teilaspekt dessen, wie die Hypnose sich entwickeln wird. Teile davon sind schon entschieden, noch bevor die eigentliche Hypnose anfängt.
Fazit: Framing entscheidet die Session, bevor sie beginnt
Gerade in erotischer und kinky Hypnose, wo es nicht nur darum geht, ein sachliches Thema zu bearbeiten, ist der richtige Frame entscheidend. Wenn der Hypnotiseur den richtigen Frame erzeugt, die Umgebung anpasst, sein Verhalten und wie er spricht, wird das große Unterschiede machen.
Vielleicht kannst du dir vor deiner nächsten Hypnose eine einfache Frage stellen: Welches Gefühl soll mein Gegenüber schon haben, bevor ich überhaupt anfange, zu hypnotisieren? Die Antwort darauf ist oft der wichtigste Teil des Framings.
YouTube-Video zum Thema
Passend zum Blogbeitrag habe ich ein YouTube-Video aufgenommen, das du hier sehen kannst: