Es war wieder mal so weit. Die HYDE (Hypnose Deutschland) fand zum dritten Mal statt. Und es war erneut ein fantastisches Wochenende. (Bericht zu meinem letzten Besuch HYDE 2024.)
Für mich immer noch super cool, das letzte Mal war ich „nur“ Besucher, dieses Mal war ich einer der Vortragsredner. Hier also eine kleine Zusammenfassung von diesem Jahr.
Donnerstag – Die Ankunft
Nach rund 6 Stunden Anfahrt bin ich gegen 16:30 angekommen. Ein schönes Gefühl, das Gebäude zu sehen, in dem wir unterkommen werden. Zu wissen, dass es wieder 4 Tage voll von Hypnose in verschiedensten Variationen geben wird. Zimmer beziehen und Abendessen.
Der erste Tag ist primär zum Ankommen und Kennenlernen. Und auch wenn ich viele bekannte Gesichter getroffen habe, waren doch auch wieder einige neue Menschen dabei. Für mich persönlich immer schön zu sehen, dass neue Leute dazukommen.
Nach dem Essen gab es noch den „Official Welcome“-Talk und den „Rules & Consent“-Talk. Gerade dass der Consent-Talk jedes Jahr stattfindet, ist für mich ein gutes Zeichen. Einfach nochmal dafür sorgen, dass wir alle auf derselben Seite stehen. Ich hatte zwar noch nie das Gefühl, dass es sonst anders gewesen wäre, aber wie so oft: Ein bisschen Vorsorge schadet nicht.
Für den Abend standen dann noch kleinere Events an. Für mich sollte es eigentlich zur „Weekend Vision“-Trance einer befreundeten Hypnotiseurin gehen. Leider hat ein Hustenanfall von mir dafür gesorgt, dass ich den Raum verlassen habe, um den anderen die Hypnose nicht kaputtzumachen, das war doppelt schade. 😭
Freitag – Workshops starten
Freitag war der für mich spannendste Tag. Auf meiner letzten Konvention, der Spellbound, hatte ich „nur“ einen Hypno-Drugplay-Workshop gegeben. Doch dieses Mal standen gleich zwei Workshops von mir auf dem Plan. „Hypno 101“ und „Induction Practice“ zusammen mit einem befreundeten Hypnotiseur. Beide am Freitag.
Der Hypno 101 ging von 9 bis 12 Uhr. Einmal alle Hypno-Neulinge, oder alle, die sich dafür interessieren, abholen. Was ist Hypnose, wie funktioniert sie und wie könnt ihr sie selber anwenden? Neben VIEL Theorie, gab es aber auch ein paar Übungspausen und Demonstrationen. Da sich eine Person in den Workshop „geschlichen“ hatte, welche sich schon gut mit Hypnose auskennt und schon die ein oder andere Hypnose von mir abbekommen hatte. Wurde diese im Vortrag auch mehrfach erwähnt. Speziell die Wolf/Fuchs-Transformation, die Sie von mir auf der Spellbound bekommen hatten, war Thema. Hier hatte ich aus Versehen immer wieder von Fuchs zu Wolf und zurück gewechselt gehabt. Jedes Wechseln hatte aber auch die „Nebeneffekte“ der Transformation erneut ausgelöst. Und auch, wenn wir das inzwischen lustig finden, ärgert es mich nach wie vor, dass ich bei der Hypnose diesen Fehler hatte und nicht bei einer Tierart bleiben konnte. Auf der anderen Seite ist es eben ein gutes Beispiel, dass immer etwas Unerwartetes schiefgehen kann, egal wie gut man ist.
Ärgerlich für mich: Parallel zu meinem Workshop gab es den Vortrag „Nerding out on cold control“ den ich super gerne gehört hätte. Undine hat eine fantastische Art, das zu transportieren, und ich bin immer noch dabei, dass mein Kopf das komplett versteht. Aber vielleicht auf der Brainmelt, die in 3 Monaten stattfindet. 🤔
Über den Nachmittag gab es dann einige gute Vorträge, denen ich zuhören konnte. Für mich eine geniale Möglichkeit, um mich von anderen Hypnotiseur:innen inspirieren zu lassen. Meine besuchten Klassen waren:
- Spontaneous suggestions, imaginative improvisations
- Drop the Monolog! Intro to conversational hypnosis
- Your Hypnotic Essence
Manche der Workshops waren genau das, was ich erwartet hatte, andere waren doch eher unkonventionell und gingen eher in Richtung „Improv-Theater“. Gedanklich war ich leider bei den Workshops nicht voll dabei. Einerseits war der 101-Workshop anstrengend und ich war gedanklich etwas neben der Spur. Andererseits war ich schon bei dem „Induction Practice“ Workshop. Das tut mir ein wenig leid, gerade weil die Workshop-Leiter:innen eine super Arbeit gemacht haben. Für mich daher auch das Learning, vielleicht weniger Workshops zu besuchen und dafür mehr Pausen für mich einzustreuen, wenn benötigt. (Mein inneres Ich schreit dabei: „ABER, ABER, ABER; Was ist dann mit den ganzen tollen Workshops, die du verpasst?????“)
Um 16 Uhr ging es dann los. Induktions-Workshop zusammen mit Johna, welcher unter anderem für die Website Hypnose-Stammtisch.de zuständig ist. Ziel dieses Workshops war es, möglichst viele verschiedene Induktionen zu zeigen. Zu erklären, dass es weniger darauf ankommt, welche Induktion man macht, sondern mehr darum geht, eine zu wählen, die gerade passt oder Spaß macht. Dass man fast alles zu einer Induktion machen kann. Daher gab es so Dinge wie „Die Smartphone“-Induktion, die Umarmungs-Induktion, die Butterfly-Induktion und einige Schnell-Induktionen. Und anschließend eine große Übungsrunde, wo die Teilnehmer:innen genau das probieren konnten. Definitiv ein schöner Moment, so viele Leute zu sehen, wie sie zusammen üben.
Dann gab es kurz Abendessen und eines meiner Highlights. Ich bekam von zwei Menschen eine Dual-Induktion. Erst gab es ein Vorgespräch zu der Hypnose, welche von Caprea geführt wurde. Auch hier war ich schon beeindruckt, wie gut diese geleitet wurde. Hier kann ich mir definitiv noch etwas abschauen. Für die Induktion selbst, durfte ich mich setzen. Links neben mir war Johna, und rechts neben mir saß Caprea. Zwei Menschen, die ich sehr schätze, welche auch sehr tief in der Hypnose-Welt verankert sind. Aber beide zusammen erfahren zu dürfen, ist ein Erlebnis. Die Hypnose selbst, war ein super sanftes Führen in die Trance. Als würde man sich in einen Berg von superweichen Kissen fallen lassen und nach und nach einfach immer tiefer sinken. Dass von beiden noch Berührungen an meinen Armen dazukamen, war für mich als ADHS-Kopf ein super Element, um mich besser fallen lassen zu können. Als allerdings beide zeitgleich auf meine Schulter gedrückt haben, um den „finalen Drop“ in die Trance zu pushen, war es einfach nur noch ein freier Fall in die Trance. Ich sitze gerade hier beim Tippen und grinse, einfach nur, weil ich an diesen Moment denke. Danach gab es noch ein Nachgespräch, welches auch nochmal sehr angenehm war.
Für mich ein genialer Abschluss des ersten „richtigen“ Hypnose-Tages auf der HYDE.
Samstag
Der Samstag fing mit einem weiteren Highlight für mich an. Ich selbst habe ja Spaß an Hypno-Drugplay und habe mich daher sehr gefreut, den Workshop „Mesmeric Mixology: Hypnotic Intoxication“ besuchen zu können. Neben einigen guten Ideen, wie ich meinen Workshop besser gestalten kann, war auch inhaltlich noch das ein oder andere Gold-Nugget für mich dabei, sodass ich mir sicher bin, dass sich mein Spiel damit in den nächsten Wochen ein wenig verändern wird. Wie genau, ist mir noch nicht klar, aber ich bin gespannt.
Natürlich konnte ich nicht anders, als dann dem Workshop „Subject Agency and why practice is important“ von Johna zu lauschen. Er ist bei so ziemlich jedem meiner Workshops dabei und ist immer ein tolles Subjekt für mich, daher wollte ich sehen, was er zu sagen hat. Der Talk selbst war schön gestaltet, mit guten Anregungen für Subjekte, damit diese ihre eigene Agency stärken können. (Um sich zum Beispiel gegen unerwünschte Suggestionen zu wehren.)
Dann habe ich einen Workshop Slot komplett ausfallen lassen, ein weiteres Highlight stand an. Denn Ral, welche schon in meinem YouTube Channel zu sehen ist hatte von mir eine Hypnose versprochen bekommen. Hier gab es eine sehr spannende „Pflanzen“ Hypnose, welche so im echten Leben nicht möglich gewesen wäre. Mehr Details wird es hierzu aber nicht geben, ein paar schmutzige Geheimnisse werde ich dann doch für mich behalten.
Als Hypno-Dom durfte ich natürlich den „Hypnotic Edging & Denial“ Workshop, der danach stattfand, nicht verpassen. Es ist immer wieder eine Freude, anderen bei diesen Themen zuhören zu können, sich Ideen zu sammeln, wie man jemanden ein wenig auf die Folter spannen kann. 😈
Der, leider viel zu schwach besuchte, Workshop von Caprea zum Thema „Build/Revamp your Inner Sanctuary“ welcher sich mit dem inneren Safe-Space beschäftigt hat, war auch ein Volltreffer für mich. Ich habe zwar schon eine Idee, wie mein Safe Space aussehen könnte, bin aber nur selten dabei, mich wirklich damit zu beschäftigen. Ich habe den Workshop für mich zum Anlass genommen, das in den nächsten Tagen und Wochen zu ändern. Im Workshop selbst gab es Ideen und Anregungen, wie dieser aufgebaut sein könnte, wie man ihn betreten kann und vieles mehr. Im Prinzip, ein schöner „How-To“-Guide.
Und danach ging es schon direkt weiter zum „Unconference“-Planen. Dabei werden Workshops angefragt oder vorgeschlagen, welche am letzten Tag gehalten werden können. Die Planung ist dann der Moment, wo die Themen vorgeschlagen und angefragt werden, und abgestimmt wird, was wirklich passieren soll. Hier kamen einige Vorschläge zustande. Leider habe ich hier keine Mitschriften gemacht, was alles zustande kam, nur das Thema „Hypnose Stammtisch planen“, welches ich selbst am Sonntag besucht habe.
Nach dem Abendessen ging es dann zu einem weiteren Highlight für mich. Es gab für mich eine zweite Dual-Induktion-Session. Diesmal geführt von Ravenwood und Ms. Purple. Geplant war schon die Umsetzung auf der Spellbound, dort hatte es sich aber nicht ergeben. Doch jetzt sollte es endlich klappen. Die Frage, wie gemein die Hypnose sein darf, habe ich leichtfertig mit „mir egal“ beantwortet, das durfte ich dann hier bereuen/genießen. Ein wilder Mix an Emotionen: sich zu freuen und zeitgleich „gefoltert“ zu werden. Ich kann es gar nicht besser in Worte fassen. Dieses Mal saß ich auf einem Stuhl und die beiden liefen um mich herum. Mal vor mir, mal hinter mir. Mal zuckersüß, mit dem Versprechen, mich droppen zu lassen. Dann wieder mit einem fiesen Lachen mich aus der Trance herausholen, bevor ich wirklich da war. Eine „Hexen-Induktion“ passt als Titel, glaube ich, ganz gut. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich da saß, Worte um mich herum, Berührungen, das Versprechen der erlösenden Trance, nur um wieder und wieder davon weggerissen zu werden. Die Augen immer schwerer, fast unmöglich, sie wieder zu öffnen, so sehr wollte mein Kopf einfach droppen. Und dann, war es ENDLICH so weit: Ich durfte mich fallen lassen, durfte sinken und genießen. Keine Ahnung, wie lange die Induktion gebraucht hat, keine Ahnung, wie lange ich in Trance war. Aber, definitiv das fieseste Hypnose-Erlebnis, das ich bisher genießen durfte. Gerüchte sagen ja, ich habe mich schon für Runde 2 angemeldet. 😅😊
Sonntag
Sonntag war im Prinzip nur noch Unconference, wo ich nur an einem der zwei Workshop-Slots teilgenommen habe. „Wie man einen Hypnose-Stammtisch leitet“. Da konnte ich mir einige Ideen mitnehmen, um dieses Jahr vielleicht nochmal den Hypnose-Stammtisch-Berlin zu starten. Ansonsten Sachen packen, Lokation reinigen und Abschied nehmen. Ein wunderschönes und viel zu kurzes Wochenende geht zu Ende.
Fazit
Neben vielen tollen Workshops, vielen tollen Gesprächen, und Tipps, die ich bekommen und gegeben habe, ist es einfach eine wunderbare Community. Ich bin super happy über die Zeit, die ich auf der HYDE verbringen durfte, und bin sehr dankbar, dass Unicado dieses Event immer wieder veranstaltet. So viel Aufwand und Liebe, wie sie hineinsteckt. Das fängt bei Aprilscherzen beim Programm an, geht über super schön gestaltete Logos, und Handouts bis hin zu dem Event selbst, welches einfach super angenehm ist.
Von meiner Seite, eine definitive Empfehlung, auch mal auf so eine Konvention zu gehen, vielleicht sieht man sich ja dort mal.