Floating Tank

Heute eher ein „kleiner“ Beitrag, der aber für mich eine enorme Bedeutung hat.

Ich habe diesen Monat Urlaub und nutze die Zeit um viel für mich selbst zu tun und um „mich selbst zu finden“. Das bedeutet, dass ich viel lese, meditiere, mich Tagträumen hingebe oder eben Dinge mache, für die ich sonst „keine Zeit“ habe. Eines dieser Dinge war der Besuch eines Floating-Tanks. Genauer war ich dabei bei Tranxx.

Warum ich Floaten gehe

Das war dieses Mal nicht meine erste Floating-Erfahrung, sondern schon die zweite. Bei der ersten hatte ich „nur“ eine Stunde gebucht und war die ersten 30–45 Minuten damit beschäf­tigt, mich daran zu gewöhnen, wie es sich anfühlt „schwe­relos“ im Wasser zu liegen. Dieses Mal waren es 90 Minuten und ich konnte mich direkt von Anfang an in die Erfahrung fallen lassen.

Genauso wie ich gerne zur Massage gehe, um meine Muskeln entspannen zu lassen, habe ich mich sowohl damals als auch diese mal den Floating-Tank gebucht, um meinen Geist entspannen zu lassen. Ich Meditiere regel­mäßig für ~10 Minuten vor dem Schlafen gehen. Weiß aber das längere Phasen für mich wirkungs­voller sind.

In einem Floating Tank geht das „Medi­tieren“ bezie­hungs­weise „bei sich sein“ wie ich finde deutlich einfacher. Es gibt, wenn man sich denn so entscheidet, in dem Tank kein Licht und keine Geräusche außer jene, welche man selber erzeugt (Wer möchte, kann auch ein Licht einge­schalten lassen und/oder Musik spielen lassen). Durch diese Isolation von allem bleibt zumindest meinem Kopf nichts anderes übrig, als sich mit mir selbst zu beschäf­tigen. BINGO. Genau das wollte ich 😃

Warum war es dieses Mal so wichtig für mich

Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, hat inzwi­schen mitbe­kommen, dass ich seit Februar 2021 in Therapie bin. Zusammen mit meinen Insomnia besuchen haben sich einige meiner Unsi­cher­heiten aufgelöst oder zumindest abge­schwächt. „Perfekt“ geht es mir trotzdem noch nicht (und ich zweifle, dass je jemand dahin kommen wird). Einer meiner größten Problem­punkte war bisher immer noch die Frage „Wer bin ich?“.

Ich arbeite zwar in der IT, möchte mich aber nicht (nur) darüber defi­nieren. Ich bin inzwi­schen im Insomnia in der BDSM Community stark inte­griert und anerkannt, was ich auch mag. Aller­dings möchte ich nicht, dass das ist, was mich ausmacht.

Trotzdem hätte ich auf die Frage, wer ich bin, nur meinen Namen und diese zwei Sachen sagen können.

Ich bin Christian, arbeite als Admi­nis­trator und bin ein Pervers­ling den man regel­mäßig im Insomnia treffen kann. Ich Foto­gra­fiere zwar eigent­lich sehr gerne, hab aber schon lange nichts mehr gemacht. (Achtung, ich empfinde „Pervers­ling“ als nichts Schlimmes, solange der Kontext (wie hier) stimmt)

Ich wollte mich gerne als Fotograf sehen, aber hab in den vergan­genen Monaten (die letzten 2–3 Wochen mal ausge­nommen) wenig bis gar nicht foto­gra­fiert. Gerne würde ich sagen, dass ich sportlich bin. Aber im Fitness­studio war ich schon lange nicht mehr und mein Bauch sagt mir, dass ich mich von „sportlich“ immer mehr entfernt habe.

Das Ganze ist ein eher ernüch­terndes als wirklich glücklich machendes Ergebnis. Ich wollte irgend­etwas Großes, bedeu­tendes sagen können. Etwas, das die Leute auf mich blicken lässt und sie sehen lässt, wie wertvoll ich bin …

Alleine schon so zu denken ist im Nachgang gesehen etwas traurig. ABER! Ich habe dieses Mal eine Antwort für mich gefunden. Für viele viel­leicht eine lang­wei­lige Antwort. Aber es ist eine, die für mich stimmig ist und passt, auch wenn sie eine weitere Frage aufwirft.

Die Antwort auf die Frage, wer bin ich, kann ich mit drei Worten beant­worten.

Ich bin ICH!

Sehr simpel, aber wie gesagt für mich so wirkungs­voll. Ich muss nichts besonders sein, ich muss nichts besonders tun. Ich muss nicht einmal besonders sein. Es reicht voll­kommen ich zu sein und damit zufrieden zu sein.

Wie schon erwähnt, wirft das für mich eine neue Frage auf. „WIE möchte ich sein?“. Möchte ich …

  • foto­gra­fieren
  • tanzen
  • reisen

Alles egal, das kann und werde ich für mich heraus­finden. Aber egal, was ich mache. Nichts davon wird oder muss mich defi­nieren. Es darf ein Teil meiner Zeit sein. Wird aber nicht über den Wert bestimmen, den ich (für mich) habe.

Frage an euch, wie würdet ihr euch defi­nieren? Seht ihr es wie ich, oder viel­leicht ganz anders?

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