BDSM

Was für BDSM Toys gibt es – Flogger24 min read

Lesedauer 15 Minuten

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Heute möchte ich euch grund­le­gend in die Welt der Flogger einführen. Flogger sind eine Unterart der Peitsche (Peitschen bekommen noch einen eigenen Blog­bei­trag). Der größte Unter­schied dürfte dabei sein, dass eine Peitsche aus einem einzelnen „Haupt­strang“ besteht, meiste gefloch­tenes Leder oder Paracord, und Flogger mehrere Stränge haben. Aber fangen wir erst einmal ganz vorne an.

Leider wurden Flogger auch immer wieder im Laufe der Geschichte zur Züch­ti­gung von Sklaven und/oder Tieren genutzt, dies werde ich aller­dings in meinem Artikel nicht weiter erwähnen.

Flogger in der Geschichte der Zeit

Für diesen Blog­bei­trag habe ich mich ein wenig umgesehen und durfte fest­stellen, dass die ersten Darstel­lungen von Floggern schon sehr früh statt­ge­funden haben. Ich möchte sogar sagen, erstaun­lich früh.

Die früheste Doku­men­ta­tion eines Floggers habe ich in der Tomba della Fusti­ga­zione gefunden. Diese wurde ungefähr im 490 vor Christus gebaut. Und an deren Wänden gibt es ein Bild von Sex mit einem Flogger:

Tomba della Fusti­ga­zione, Public domain, via Wikimedia Commons

Die nächste relevante Erwähnung war dann ~14-66 nach Christus. Hier gab es eine Erwähnung im Satyricon von Petronius.

Danach wird es relativ ruhig. Erst im 16. Jahr­hun­dert (ca. 1674–1702) habe ich wieder eine Erwähnung gefunden, die ich prüfen konnte. Wieder mit einem Bild:

British Museum, Public domain, via Wikimedia Commons

Im 19ten Jahr­hun­dert kommen dann inter­es­sante Erwäh­nungen sogar aus Bordellen, genauer von Theresa Berkley welche ihre eigene Prügel­bank erfand, auf der sie die wohl­ha­ben­deren Damen und Herren schlug.

Von da aus hat sich der Flogger immer mehr entwi­ckelt und wurde in der Szene immer beliebter. Laut ChatGPT hat sie die Form wie wir sie heute kennen in der Zeit um 1970 entwi­ckelt. Leider konnte ich dazu jedoch keine genauen Belege finden.

Unterschiede der Flogger

Flogger gibt es in den verschie­densten Varia­tionen, aller­dings ist der Begriff nicht fest definiert, daher kommt es je nach Defi­ni­tion zu unter­schied­li­chen Auflis­tungen. Hier werde ich mich so allgemein wie möglich halten, um euch einen guten ersten Überblick zu verschaffe.

Die Haupt­punkte, nach denen man Flogger unter­scheiden kann, sind Material, Größe/Länge und die Anzahl der Stränge. Der Schmerz, welcher vom Flogger verur­sacht wird, ist dabei stark abhängig vom Material, von der Dicke des Materials und der Anzahl der Riemen.

Die Länge des Floggers

Allgemein gilt, kürzere Flogger sind einfacher zu bedienen und verur­sa­chen weniger Intensive Schmerzen als längere Flogger mit derselben Riemen­an­zahl und aus demselben Material. Längere Flogger haben dafür den Vorteil, dass wenn man die Nutzung einmal verstanden hat, dass man etwas weiter weg stehen kann und so einfacher den Bereich, den man schlagen möchte, verändern kann. In jedem Fall gilt, dass ihr euch mit der Benutzung eures Floggers vertraut gemacht haben solltet, bevor ihr diese auf einer Person benutzt. Aller­dings gilt das aus meiner Sicht für so jedes Impact-Tool.

Der Stoff aus dem Flogger gemacht sind

Leder Flogger

Weiches Leder
Härteres Leder

Leder-Flogger unter­scheiden sich in der Härte des Materials, dabei ist es egal ob echtes oder Kunst­leder. Dünnere Varianten sind eher sanft und hinter­lassen einen dumpfen, „ober­fläch­li­chen“ Schmerz. Damit können sie gut zum Aufwärmen genutzt werden und sind damit für Anfänger geeignet. Durch diese „Ober­fläch­liche“ Einwir­kung verzeihen solche Flogger auch eher mal einen „Fehl­schlag“ als andere, inten­si­vere, Flogger. Je dicker, und damit auch schwerer, die Riemen der Flogger werden, desto tiefer geht der Schmerz und kann auch einfacher Striemen hinter­lassen.

Je nach Länge reicht dies von „nicht unge­fähr­lich“ bis hin zu „gefähr­lich“ und sollten mit bedacht verwendet werden, da Fehl­schläge hier zu blei­benden Schäden (Nieren­schäden oder Narben) führen können.

Gummi Flogger

Gummi Flogger

Natürlich gibt es auch Gummi Flogger in verschie­denen Stärken, auch hier gilt, je dünner und leichter, desto weniger Schmerz, je dicker und schwerer, desto mehr Schmerz verur­sacht der Flogger. Aller­dings sind Gummi Flogger eher von der „gemeinen“ sorte und hinter­lassen einen eher beißenden Schmerz, der manchmal auch erst leicht zeit­ver­zö­gert zu spüren ist. Auch ist wichtig, ob es eher ein weicher Gummi ist, weniger Schmerz/Gefahr oder härter Gummi –> PVC und damit eher mehr Schmerz/Gefahr in der Anwendung. Von der Hand­ha­bung sind Gummi Flogger erst einmal schwerer und können damit auch im Gewebe leicht tiefere Schäden verur­sa­chen, die von außen nicht direkt erkennbar sein müssen. Daher sollte für solche Flogger schon eine grund­le­gende Erfahrung mit anderen Floggern vorhanden sein. Einzige die typischen Gummi Flogger aus dem Sexshop, welche aus extrem dünnen Riemen bestehen, sind auch direkt für Anfänger tauglich, da diese meist „soft“ genug sind um nicht sofort zu tieferen Schäden zu führen.

Seil/Paracord Flogger

Seil und Paracord Flogger fasse ich zusammen, da sich die Eigen­schaften hier stark über­schneiden. Auch wenn diese in den unter­schied­lichsten Varianten daher kommen. Wie auch bei den anderen Floggern gilt, je dünner das Seil, desto „sanfter“ und stechender der Schmerz, je dicker, desto inten­siver und dumpfer der Schmerz.

Paracord Flogger mit Metal­lenden

Des Weiteren sind Seil/Parcord Flogger entweder mit Knoten oder anderen härteren Dingen am Ende und verur­sa­chen damit zusätz­lich zum Flächen-„Schmerz“ durch die Riemen auch punktuell inten­si­vere Schmerzen mit den Knoten.

Paracord Flogger

Sind die Seil/Paracord Flogger ohne die Knoten fällt natürlich auch der „extra“ Schmerz durch diese weg.

Insgesamt werden Seil/Paracord Flogger eher als „dumpfer“ Schmerz wahr­ge­nommen und wird damit oftmals von Einstei­gern als eher „ange­nehmer“ empfunden. Für tiefere Schmerzen muss deutlich Kraft aufge­wendet werden, wodurch Sie auch eher mal einen Fehl­schlag verzeihen, solange dieser nicht mit voller Kraft erfolgt ist. Damit eigne sich diese Flogger ebenfalls besonders für Anfänger.

Metall Flogger

Metall Flogger sind mit am gefähr­lichsten. Egal ob es relativ dünne „Kettchen“ sind oder dicke Glie­der­ketten sind. Auch wenn diese aus Stahl­seilen oder derglei­chen gemacht sind, hier droht echte Gefahr, wenn ihr sie falsch anwendet.

Metall-Flogger mit kleiner Kette

Metall Flogger mit dünneren Kettchen verur­sa­chen eher einen beißenden und tiefer­ge­henden Schmerz und können, wenn zu heftig einge­setzt, relativ einfach die Haut durch­dringen und damit auch blutende Wunden hinter­lassen. Sollten diese nicht richtig gepflegt werden, können sich dann Narben entwi­ckeln.

Metall-Flogger mit Glie­der­kette

Schwere Metall Flogger aus Glie­der­ketten verur­sa­chen eher einen dumpfen und ebenfalls tiefer­ge­henden Schmerz, je größer die Metall­glieder werden, desto seltener kommt es zu blutenden Wunden, dafür verur­sa­chen Sie auch einfacher tiefere Verlet­zungen. Je nach Schwere der Ketten und Wucht des Schlages können die Verlet­zungen von blauen Flecken bis hin zu gebro­chenen Knochen oder verletzten Organen reichen.

Damit sind Metall Flogger nichts für Anfänger und sollten erst dann einge­setzt werden, wenn ihr euch im Umgang mit anderen Floggern gut auskennt. Natürlich sollte das bei allen Floggern gelten, aber gerade hier ist wichtig, fragt eure Sub bevor ihr einen solchen Flogger benutzt, ob es für Sie okay ist.

Andere Flogger

Prin­zi­piell kann man aus allem einen Flogger machen das „Seilartig“ ist und sich damit in mehrere Riemen anordnen lässt. Es gibt zum Beispiel auch Flogger aus Seil mit Metal­lenden, diese sind nochmal inten­siver als Knoten am Ende. Ebenso gefloch­tene oder geknotete, die Varia­tionen sind schier endlos, selbst Flogger mit Leder Rosen am Ende gibt es. Nicht alle sind für ein echtes Spiel gedacht, aller­dings sind die oben genannten Mate­ria­lien die häufigsten und wich­tigsten für den Einstieg.

Nutzung von Floggern

Okay, jetzt wissen wir also welche grund­le­genden Unter­schiede die Länge und das Material macht, wir haben unseren ersten Flogger gekauft und wollen ihn testen. Ausholen und drauf­hauen, oder? Ja, aber nein 😄

Probier den Flogger an dir selbst aus

Natürlich kannst du keine eigene Flogging Session mit dir selbst machen bzw. nicht so einfach. Trotzdem solltest du den Flogger auf dir selbst testen. Ich persön­lich habe mich für den Unterarm entschieden, auf dem ich so ziemlich jedes Impact-Spielzeug auspro­biere. Meiner Meinung nach ist dieser Bereich super zu erreichen und gibt ein gutes Gefühl dafür, wie intensiv ein Impact-Tool ist. Auch die Waden sind eine gute Möglich­keit zum Testen, damit ich weiß, was meine Sub zu spüren bekommt, wenn ich das auf ihr anwende. Das heißt, ich schlage mich mit jedem Impact Toy selbst auf den Unterarm oder die Wade. Erst einmal relativ sanft um zu sehen wie sich das Toy überhaupt anfühlt. Dann in Stufen immer stärker bis ich meine Grenze erreicht habe. Auf diese Art merke ich wie sich das Spielzeug je nach Inten­sität verhält und ob ich auf etwas beson­deres achten muss. Außerdem bekomme ich so mit jedem weiteren Toy eine gute Vergleichs­mög­lich­keit, um zu sehen, wie sich die Spiel­zeuge unter­ein­ander unter­scheiden. Macht man das lange genug, kann man relativ gut einschätzen, wie intensiv man mit einem Spielzeug werden kann, ob der Sub diese Art Schmerz mögen könnte oder nicht und vor allem, wie vorsichtig ich mit dem Toy sein muss.

Natürlich bekommt ihr mit der Zeit auch ein gutes Gefühl dafür, wie sich ein Spielzeug anfühlen wird, schon bevor ihr es getestet habt. Dennoch ist und bleibt meine Empfeh­lung, sich mit jedem Toy gut ausein­an­der­zu­setzen, bevor es auf jemand anderen ange­wendet wird.

Sprecht miteinander

Wie so oft im BDSM Bereich kommt auch hier meine Lieb­lings­emp­feh­lung, sprecht mitein­ander. Hat der Sub schon Erfahrung mit Floggern und kann euch schon sagen, welche Art er mag und welche nicht? Sehr gut, ein perfekter Start­punkt. Eure Sub hat keine Ahnung von Floggern freut sich aber aufs Testen? Auch gut. Sprecht darüber, welche Signale ihr nutzen wollt, ich nutze hierfür eine Skala von 1 (leichte Berührung) bis 10 (ein Schlag, den die Sub maximal einmal aushält, bevor es zu viel wird), um mit meiner Sub zu kommu­ni­zieren. Klärt mit eurer Sub auch, dass sie sich melden soll, sobald ein bestimmtes Level über­schritten wird, damit ihr auch dann keine Grenzen über­schreitet, wenn das Spielzeug für euren Sub inten­siver ist als ihr erwartet habt.

Wenn ihr dann mit den ersten paar Schlägen ange­fangen habt, überlegt euch, was ihr vermutet, wie intensiv das für euren Sub war und fragt dann aktiv nach. Das hilft euch, den Impact des Toys auf eure Sub, besser abzu­schätzen. Gerne hier auch fragen, ob der Schmerz für eure Sub eher dumpf oder beißend ist, ob er den Schmerz mag oder ob das eher ein „unan­ge­nehmer“ schmerz ist. Je besser ihr euren Sub kennen­lernt, desto besser und inten­siver können die Spiele meiner Erfahrung nach werden.

Üben, üben, üben

Grund­sätz­lich gilt, je kürzer ein Flogger ist, desto leichter ist er zu kontrol­lieren. Je leichter er ist, desto mehr Fehler kann euch euer Sub verzeihen.

Je nach Schlag­technik, die ihr nutzen wollt, empfehle ich euch das vorher auf einem unbe­lebtem Objekt zu testen. Bei einem Kissen mal „falsch“ zu treffen, ist egal. Eurer Sub ins Gesicht zu treffen oder einen Schlag zu haben, bei dem die Spitzen unkon­trol­liert um den Körper herum schleu­dern kann böse enden. Manche Schlag­va­ri­anten sind eher einfacher, andere etwas schwerer. Je nachdem auf welchem Level ihr seid, würde ich euch empfehlen euch langsam „hoch­zu­ar­beiten“ bis zu dem Level der euch Spaß macht. Zudem fangt mit den ersten Schlägen eher langsam an. Je höher eure Geschwin­dig­keit ist, desto schlechter wird eure Präzision werden. Und Flogging ist nichts, womit ihr andere Leute beein­dru­cken müsst. Auch langsames Flogging ist extrem toll, Geschwin­dig­keit kann dem etwas hinzu­fügen, muss aber nicht. Wenn ihr aber nicht mehr richtig trefft, weil ihr schneller schlagt, geht Spaß an der Flogging Session verloren.

Daher gilt, übt so lange damit „alleine“, bis ihr auf einem Level seid, dass eure Schläge keine unge­wollten Treffer erzielen. Wichtiger Punkt dabei, denn ich bei Anfänger:inne immer wieder sehe. Bei Schlägen mit dem Flogger, wird immer wieder die Länge unter­schätzt, was bedeutet, dass die Spitzen der Riemen nicht dort landen, wo diese sollen, sondern um die entspre­chenden Körper­stellen herum­wir­beln. Je nach verwen­detem Flogger und Körper­stelle reicht das von unan­ge­nehm bis extrem schmerz­haft. Achte also hier besonders darauf, dass ihr auch mit den Spitzen nur da trefft, wo ihr wollt. Fragt gege­be­nen­falls euren Sub, dass er sich bei euch meldet und Bescheid sagt, wenn ihr woanders trefft als vorher ange­kün­digt. Auch damit steigt die Qualität eurer Schläge und ermög­licht damit auch wieder bessere Sessions für beide Seiten.

Die Schlagvarianten

Bei den Schlägen selbst könnt ihr entscheiden, ob ihr mit der gesamten Fläche des Floggers treffen wollt und damit ein eher flachen/dumpfen Impact erzeugen wollt, oder ob ihr nur mit den Spitzen treffen wollt und damit eher tiefere/spitze Schmerzen erzeugen wollt. Bei den Schlag­tech­niken, die ich gleich vorstelle, könnt ihr prin­zi­piell beides machen, je „Aufwen­diger“ die Schlag­tech­niken werden, desto schwie­riger wird es jedoch nur mit den Spitzen zu treffen und erfordert daher dann auch mehr Übung.

Prin­zi­piell gilt auch, fangt mit euren Schlägen mit dem Flogger erst einmal sanft und langsamer an und steigert euch langsam. Unter anderem, damit eure Sub „aufge­wärmt“ wird und sich an die Schläge gewöhnen kann. Es geht hier nicht um eine Bestra­fung in Sinne von „Sklaven bestrafen“, sondern um ein Spiel. Oftmals wollen wir also, dass es eine Weile andauern kann. Zudem habt ihr auch selbst das Problem, dass wenn ihr auf „voller stärke“ Spielt, wesent­lich schneller, ermüdet und aufhören müsst, als wenn ihr das ganze langsam aufbaut und euch eure Kraft­re­serven einteilt. Wie so oft gilt auch hier, je öfter ihr gespielt habt, desto besser könnt ihr das einschätzen.

Hier stelle ich euch die Schlag­tech­niken vor, die ich selber nutze, aller­dings gibt es keinen Grund alle zu können, es reicht voll­kommen 1-2 zu haben, die euch Spaß machen. Wie gesagt, egal welche, nur beherr­schen müsst ihr die Techniken, die ihr nutzt. Da so etwas per Schrift zu erklären nicht immer ganz einfach ist, werde ich hierzu demnächst auch Videos auf meinem YouTube Kanal „Maximo Muster­mann“ veröf­fent­li­chen. Egal ob die Videos Online sind oder nicht, könnt ihr mich jederzeit im Insomnia auf einer der folgenden Partys („Hilly´s Spiel­platz“ / „Kink­tas­tisch“) anspre­chen, dann gebe ich euch gerne ein kurzes Howto. (Infos wann die beiden Partys das nächste Mal statt­finden, könnt ihr auf https://www.kinktastisch.com/home finden). Solltet ihr zusammen mit jemand anderem ein Dom/Sub Spiel-Beziehung haben, könnt ihr mich auch gerne für eine private „Howto Impact-Tools“-Sessio buchen. Hierbei werde ich all meinen Schlag­spiel­zeugen bei euch vorbei­kommen und euch alle erklären und auspro­bieren lassen.

Eine Schlaghand, eine Führungshand – Beginner

Bei dieser Schlag­technik liegt der Griff des Floggers in der einen Hand, die Riemen des Floggers in der anderen Hand. Wenn ihr den Griff also in der rechten Hand habt, führt ihr diese links an eurem Körper vorbei, das ist die „Ruhe Position“. Die Hand mit den Riemen bietet nur Führung, greift aber nicht wirklich zu. Somit habt ihr extreme Kontrolle über die Riemen und könnt, wenn ihr dann zuschlagt dafür sorgen, dass die Riemen genau so auf die Sub treffen wie geplant. Der Schlag selbst ist dann eine ausho­lende Bewegung von rechts nach links.

Als Treffer Bereich könnt ihr hierbei sowohl die Schultern als auch den Hintern problem­frei treffen. Auch die Kontrolle der Stärke, gesteuert von eurer Geschwin­dig­keit, sehr einfach zu kontrol­lieren.

Diese Variante ist sehr einfach zu beherr­schen und bietet die größte Kontrolle.

Links/Rechts Bewegung – Beginner

In dieser Version macht ihr die ausho­lende Bewegung abwech­selnd von links nach rechts und zurück. Dadurch dass die Führung der Riemen vor dem Schlag nicht mehr gegeben ist, müsst ihr hier schon mehr darauf aufpassen, so zu treffen wie es geplant ist. Durch die entspre­chende Richtung ist diese Technik mehr für den Hintern gedacht. Auf den Schultern lässt sich damit schlecht treffen und die Gefahr, dass die Riemen um den Körper herum­schlagen und/oder ihr das Gesicht trefft ist relativ hoch.

Immer noch einfach zu kontrol­lieren, aller­dings etwas einge­schränk­tere Einsatz­mög­lich­keit.

Kreisend – Beginner

Diese Schlagart funk­tio­niert am besten, wenn ihr nur mit den Spitzen der Riemen trefft. Trefft ihr hierbei mit der gesamten Fläche der Flogger geht zu viel Momentum verloren. Aber, wie funk­tio­niert es denn überhaupt?

Ihr habt, je nach Erfahrung, einen oder zwei Flogger im Einsatz. Dabei lasst ihr den Flogger aus dem Hand­ge­lenk heraus kreisende Bewe­gungen machen, so als würdet ihr damit etwas schleu­dern wollen. Dann könnt ihr euch langsam an eure Sub annähern und lasst nur die Spitzen treffen. Je nach Material des Floggers ist das ein angenehm sanftes Gefühl (weiche Leder-Flogger) bis hin zu beißend fies (Flogger mit dünnen Metall-Ketten).

Gerade am Anfang erst einmal nur einen Flogger nehmen. Bei zwei Floggern ist es sehr einfach durch­ein­ander zu kommen, oder, dass sich die Riemen eurer Flogger inein­ander verhed­dern und damit das Spiel unter­bre­chen. Persön­lich nutze ich das mit eher niedriger Geschwin­dig­keit zum „abkühlen/pausieren“ zwischen­durch. Gerne kann man hier aber auch sehr schnelle kreisende Bewe­gungen machen und damit die Inten­sität der Treffer deutlich verstärken.

Diese Schläge können sowohl im Schul­ter­be­reich als auf dem Hintern ausge­führt werden. Je Inten­siver, desto mehr rate ich von der Schulter ab. Gerade, wenn ihr einen schweren Flogger nutzt. Einfach zu kontrol­lieren, wenn man denn dreh, mal raus hat und kann sehr viel Spaß machen.

Die schlagende Acht, unendlicher Spaß – Advanced Beginner

Die schla­gende Acht ist tatsäch­lich mein Liebling. Einer­seits weil es eine Schlag­folge ist, die ich problem­frei auf Schulter/Rücken/Hintern anwenden kann, als auch weil es eine sehr fließende Schlag­be­we­gung ist, die es mir erlaubt äußerst einfach zwischen allen Bereichen zu wechseln. Für diese Schlagart haltet ihr den Flogger fest am Griff und vollführt die Bewegung einer liegenden Acht (Infinity Symbol). Je nachdem wie lang euer Flogger ist, kommt die Bewegung eher aus dem Hand­ge­lenk (kurze Flogger) oder wird auch von den Armbe­we­gungen unter­stützt (langer Flogger).

Wenn ihr dabei die Schultern oder den Rücken bear­beitet, empfehle ich, dass eure Schlag­rich­tung von links oben nach rechts unten geht. Da sonst zu unsicher ist, wo ihr den Rücken bezie­hungs­weise die Schultern trefft. Beim Hintern könnt ihr euch die Richtung aussuchen, startet ihr von links oben nach rechts unten sind die Treffer oben auf dem Hintern. Schlagt ihr von links unten nach rechts oben, trefft ihr von unten. Gerne kann man das auch im Spiel abwech­seln, um so mehr Fläche zu treffen und mehr Sensation hervor­zu­rufen.

In dieser Bewe­gungs­ab­folge immer richtig zu treffen wird schon etwas schwie­riger, gerade am Anfang wird es passieren, dass ihr mal zu hoch oder tief seid oder viel­leicht auch zu weit außen trefft. Mit mehr Erfahrung wird das besser, daher diese bitte erst mit eurem Sub umsetzen, wenn ihr euch sicher genug seid.

Doppel Flogger – Advanced

Sowohl die kreisende Bewegung als auch die Acht lassen sich hervor­ra­gend mit zwei Floggern umsetzen. Bei der krei­senden Bewegung habt ihr im Prinzip eine „gespie­gelte“ Bewegung und bear­beitet euren Sub von beiden Seiten zeit­gleich. Bei der schla­genden Acht kann der zweite Flogger dem ersten folgen und damit die Schlag­zahl pro „Runde“ verdop­peln.

Hier sehe ich oft, dass Anfänger sich leicht verhed­dern und dadurch mehr auf die Schläge als auf die Sub konzen­triert sind. Solltet ihr den Schritt hierzu wagen, solltet ihr alleine daheim auf einem Kissen genug geübt haben, um euch auch damit wieder sicher zu fühlen. Aller­dings macht es, zumindest mir, auch am meisten Spaß. Daher ist die doppelte schla­gende Acht mein persön­li­cher Favorit.

Sensation Play mit Floggern

Auch wenn der Flogger primär ein Impact-Toy ist, kann man diesen auch wesent­lich sanfter einsetzen. Gerade mitten in den Sessions, oder zum Anfangen mache ich das sehr gerne, dass ich den Flogger einfach nur langsam über die Haut ziehe, die Spitzen der Riemen sanft über die geschla­genen Stellen „wackeln“ lasse oder derglei­chen. Diese gegen­sätz­li­chen Empfin­dungen zu den Schlägen stellen einen extremen Kontrast dar und können, je nach Sub, dessen Empfin­dungen durch diese Wech­sel­wir­kung noch mal deutlich nach oben treiben. Hier solltet ihr aller­dings vorher schon geklärt haben, ob eure Sub kitzelig ist und das viel­leicht ein Soft-/Hard-Limit ist.

Natürlich seid ihr hier nicht nur auf euren Flogger beschränkt. Gerade wenn der Hintern von eurem Sub bear­beitet worden ist, könnt ihr mit den Finger­nä­geln auch in den Hintern zwicken, leicht darüber „kratzen“ und ähnliches. Dieser Reiz Kontrast kann das Flogging Erlebnis noch einmal inten­si­vieren. Hier besonders wichtig, es sollte im Voraus geklärt sein, dass ihr eure Sub direkt mit den Händen berühren dürft. Je nach Spielart ist das nicht auto­ma­tisch mit inbe­griffen.

Sicherheit bei der Nutzung von Floggern

Bevor ihr euren Sub schlagen könnt, solltet ihr euch klar­ma­chen, wo ihr euren Sub schlagt. Prin­zi­piell gilt, nicht direkt auf Knochen (Knie, Ellen­bogen, Rückgrat,…), nicht auf empfind­liche Stellen (Nieren, Hals, Gesicht,…).

Um das ganze etwas genauer zu zeigen, habe ich hier ein Bild für euch vorbe­reitet.
Grün = Perfekt zum Schlagen mit dem Flogger
Gelb = Kann noch genutzt werden, hier solltet ihr etwas vorsich­tiger sein
Orange = Hier solltet ihr echt wissen, was ihr tut bevor ihr da zuschlagt
Rot = Eher nicht
Lila = No go

Schlag­zonen beim Flogging

Oder eben noch mal als Tabelle in der Übersicht

Kopf – Keine Schläge mit dem Flogger da zu unkon­trol­liert, hier maximal mit der flachen Hand
Hals – Einfach nicht, zu viele Stellen die Lebens­ge­fähr­lich sein können, wenn Sie getroffen werden
Brust – Nicht mit voller Kraft, aber so lange keine Implan­tate vorhanden sind hält dieser Bereich auch gut was aus
Rücken – Auf den Schul­ter­blät­tern und da wo die Rippen sind. Nicht mit voller Kraft aber sonst, viel Spaß
Wirbel­säule – Wenn hier was kaputt­geht, dann richtig. Lasst das lieber komplett
Oberarm – Nicht mit voller Kraft, aber sonst gerne mal auspro­bieren Lenden – Auf keinen Fall, hier gefährdet ihr die Nieren, welche sehr empfind­lich sind
Arsch – Über­ra­schend was so ein Hintern manchmal aushält, viel Spaß
Ober­schenkel und Wade – Empfind­li­cher als der Hintern und damit richtig lustig Testen und dann schreiben
Hände und Füße – Richtig fies, aller­dings bitte mit Vorsicht heran­tasten, hier wird der Schlag sehr schnell sehr fies für die Sub
Gelenke – Nicht schlagen, da es zu Entzün­dungen oder Absplit­te­rungen führen kann

Warum macht es so viel Spaß gefloggert zu werden

Da ich zu „Warum Impact Play Spaß macht“ noch einen Artikel schreiben möchte, möchte ich es hier dieses Mal nur kurz anreisen und euch ein paar weiter­füh­rende Links an die Hand geben

  • Eine Studie hat gezeigt, dass der Cortisol Level bei dem Sub rauf und bei dem Dom herun­ter­geht. Niedriger Cortisol Level bedeutet „Stress­re­du­zie­rung“ für den Dom
  • Beim Floggen kann der Subspace betreten werden, dieser ähnelt einem medi­ta­tiven Zustand, auch hierzu kommt irgend­wann ein Artikel
  • Es werden Endor­phine ausge­schüttet, was für besser Stimmung sorgt und die Schmerz­wahr­neh­mung reduziert
  • Es wird Serotonin ausge­schüttet, das sorgt für gute Laune und hilft gegen Depres­sionen (also demnächst Flogging gegen Depres­sionen vom Arzt verschrieben? think 😄 )
  • Guter Artikel in Englisch, warum/wieso Flogging bzw. der dadurch erreichte Subspace so wirkt, wie er es tut.

Dabei sollte aller­dings auch erwähnt werden, dass durch die vielen positiven Hormon­aus­schüt­tungen auch am nächsten Tag ein soge­nannter Subdrop folgen kann. Checkt also bei eurem Sub am nächsten Tag mal ein, wie es ihm geht.

Worauf beim Kauf achten

Im Idealfall habt ihr vor eurem Kauf schon mal mit ein paar verschie­denen Floggern probieren können, welche Art euch am besten gefällt. Gerne könnt ihr das bei mir sowohl auf den Partys im Insomnia („Hillys Spiel­platz“ / „Kink­tas­tisch“) testen, oder mich für einen Einfüh­rungs­kurs bei euch daheim anspre­chen. Solltet ihr noch gar keine Erfahrung haben, nicht Online kaufen, das ist mehr Glücks­spiel als alles andere. Im besten Fall geht ihr zu einem Fach­händler (nein Orion & Co. meine ich damit nicht) und fragt, ob ihr die Flogger mal kurz antesten dürft. Natürlich werdet ihr damit keine Session, auch keine Mini Session, starten können, aber für ein erstes antesten sollte es reichen. Damit solltet ihr schon ein Gefühl dafür bekommen, wie sich der jeweilige Flogger anfühlt und ob er euch von der Inten­sität passt.

Für Anfänger empfehle ich, wie erwähnt, eher kurze und weiche Flogger. Von da aus kann man sich dann an die „fieseren“ heran­tasten. Gebt lieber ein wenig mehr in einem Fachshop wie zum Beispiel bei McHurt aus, als billige und schlechte Qualität in einem der „normalen“ Sexshops zu holen. Ihr werdet davon nur enttäuscht sein. Gerade die ganz günstigen Flogger im Sexshops sind eher zur Zierde als zur echten Nutzung geeignet. Frei nach dem Motto, schlag mich, aber tu mir nicht weh…

Wenn ihr dann einen Flogger gefunden habt, bei dem euch Material und Handling gefällt, könnt ihr zugreifen und daheim zuschlagen. Ich wünsche euch jede Menge Spaß bei diesen aufre­genden Erfah­rungen 😃

Fazit

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wahl des richtigen Floggers von den persön­li­chen Präfe­renzen und Erfah­rungen abhängt. Ich hoffe euch mit diesem Blog­bei­trag einen guten Überblick gegeben zu haben, damit ihr eine Idee davon habt, worauf ihr achten solltet. Gerne könnt ihr aber auch hier oder, wie bereits erwähnt, im Insomnia auf mich zukommen und Fragen stellen.

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